Was bedeutet Nordic Link?
Dabei handelt es sich in erster Linie um einen
Transportkorridor zwischen Jütland und Schweden/Norwegen. Nordic Link besteht
aber nicht nur aus Verkehrswegen und Material, sondern erst die Zusammenarbeit
bei der Gütertransportorganisation, der wirtschaftlichen und politischen
Planung sowie bei der Finanzierung und Entwicklung von Nordic Link machen ein
funktionierendes Netzwerk aus.
Während der letzten zehn Jahre wurde dem Transportkorridor
von regionalen Behörden in Süd-Norwegen, West-Schweden und Jütland aber auch
von privaten Transportunternehmen höchste Priorität eingeräumt. Durch die
Zusammenarbeit zwischen privaten Unternehmen, öffentlichen Behören und
Forschungseinrichtungen wird das Projekt Transportkorridor laufend
weiterentwickelt, so dass es ständig den Anforderungen gewachsen ist, welche
die Wirtschaft an einen schnellen und leistungsfähigen Transport stellt.
Pro Jahr werden rund 3,7 Mio. Tonnen Fracht und über 7,2 Mio.
Passagiere mit den Fähren über das Kattegat
und Skagerak transportiert, was viele tägliche Fährabfahrten zur Folge hat.
Auch für den Handelsverkehr und die Beziehungen der
skandinavischen Länder untereinander erweist sich der Transportkorridor als
überaus wichtig, von elementarer Bedeutung ist er jedoch für den Handel von
Schweden und Norwegen mit anderen europäischen Ländern.

Der Verkehr im Rahmen von Nordic Link schafft Tausende von
Arbeitsplätzen, weshalb der weitere Ausbau bei Behörden und Wirtschaft in
diesem Gebiet ganz obenan steht. Zu Nordic Link gehören:
Dänemark
Das „Rückgrat" von Nordic Link in Jütland bilden
Autobahnen und Eisenbahnlinien zwischen der Landesgrenze im Süden und den
Fährhäfen Hirtshals und Frederikshavn. Wichtige Abzweigungen stellen die
Verbindungen zu den großen Zentren und Häfen wie Aalborg, Hanstholm, Grenaa,
Århus, Fredericia und Esbjerg her.
Norwegen
Die Europastraße zieht sich von Bergen im Westen über
Kristiansand bis Oslo die gesamte süd-norwegische Küste entlang. Das
Straßenverkehrsnetz schafft darüber hinaus Verbindung zu Häfen und
Eisenbahnlinien, und in nördlicher Richtung führt der Hauptverkehrsweg von
Kristiansand durch West-Norwegen über Bergen nach Trondheim. Diese Verbindung
wird auch als Küsten-Hauptstraße bezeichnet, und die Landkreise in
West-Norwegen arbeiten daran, den Ausbau dieser Verbindung zu beschleunigen.
Schweden
In Schweden nimmt Nordic Link in Göteborg seinen Anfang, und
von hier aus führt die E6 direkt nach Oslo. Außerdem führen Fernstraßen nach
Stockholm und weiter nach Helsinki, aber auch Eisenbahnlinien verbinden
Göteborg direkt mit Oslo und Stockholm.
Nordic Link – ein Transportkorridor mit vielen
Möglichkeiten
Da das Projekt tatkräftige Unterstützung von Wirtschaft,
Transportunternehmen, Frachtkunden, Politikern und Forschern erfährt, konnten
folgende Ziele für Nordic Link festgelegt werden:
Diese Ziele sollen dadurch erreicht werden, dass sich
Transportunternehmen, Frachtkunden, Politiker und andere Interessenten auf
folgende Weise beteiligen:
Nordic Link will die Transportqualität durch folgende
Maßnahmen unterstützen:
- Sammeltransporte von Haus zu Haus
- Verlässlicher und pünktlicher Transport
- Geringere Transportschäden und Störungen
- Kurze Transportzeit
- Hohe Auslastung der Fähren und guter Kundendienst

Das Straßenverkehrsnetz
Die meisten Güter des Nordic Link-Korridors werden auf der
Straße transportiert.

Dänemark
Das Straßenverkehrsnetz von Nordic Link ist von höchstem
Standard. Seit dem Jahre 2000 führt eine 4-spurige Autobahn von Frederikshavn
und ab 2002 auch von Hirtshals zur dänisch-deutschen Grenze – und von hier
aus geht es auf den Autobahnen Europas weiter. Die Autobahn ist mit der in
westlicher Richtung verlaufenden Autobahn nach Esbjerg und den ausgebauten
Fernstraßen nach Herning und Hanstholm verbunden. Durch die
Leistungsfähigkeit des Straßenverkehrsnetzes können Engpässe weitgehend
vermieden werden.
Rund 1,4 Mio. LKWs passieren jährlich die Grenze zwischen
Dänemark und Deutschland, wobei die Hälfte die E45 benutzt - das „Rückgrat"
von Nordic Link in Jütland - und es ist geplant, die Kapazität bei Aalborg
zusätzlich durch eine weitere Verbindung über den Limfjord zu erhöhen.
Norwegen
Der norwegische Teil von Nordic Link verläuft im Zuge der
E39 von Stavanger nach Kristiansand und weiter auf der E18, die auf mehreren
kurzen Abschnitten als Autobahn ausgebaut ist, nach Oslo. Der Ausbau wurde
notwendig, um einen durchgehend hohen Standard zu gewährleisten.
Schweden
Der schwedische Teil von Nordic Link nimmt seinen Anfang in
Göteborg und führt nach Oslo und Stockholm. Über die Hälfte der Strecke
zwischen Oslo und Göteborg ist bereits als Autobahn ausgebaut, und die
Entfernungen nach Mittelschweden sind verhältnismäßig gering, so dass
Transportunternehmen die Möglichkeit haben, sich zwischen verschiedenen
Transportrouten zu entscheiden.
Das Eisenbahnverkehrsnetz
Im dänischen Teil von Nordic Link weist es einen guten
Standard auf, eine doppelte Schienenstrecke führt von Aalborg zur
dänisch-deutschen Grenze, und es sind Verbesserungen der Trassen und die
Elektrifizierung in Jütland geplant. Die Bahnverbindung von Aalborg zu den
Fährhäfen verläuft eingleisig.
Das elektrifizierte, südnorwegische Eisenbahnverkehrsnetz
von Stavanger nach Oslo ist eingleisig, weswegen über diese Trasse keine
Hochgeschwindigkeitszüge oder moderne Güterzüge geführt werden können.
Der Abschnitt zwischen Oslo und Göteborg ist überwiegend
eingleisig, und daher sollte die Leistungsfähigkeit durch Ausbau verbessert
werden.
Mit dem doppelgleisigen Ausbau von Oslo in südliche Richtung
nach Larvik wurde bereits begonnen. Zur Zeit beschäftigt man sich mit Plänen
für die eingleisige Weiterführung der Eisenbahn bis Kristiansand, so dass die
Linien Vestfolds- und Sørlandsbanen miteinander verbunden werden können.
Gütertransport auf der Schiene
Von den 3,7 Mio. Tonnen Fracht, die pro Jahr das Skagerak und
Kattegat mit den Fähren überqueren, werden 0,1 Mio. Tonnen Fracht auf der
Schiene herantransportiert. Es wird daran gearbeitet, mehr Güter von LKWs auf
die Bahn umzuladen, und daher wurden Kombi-Terminals für die Bahnverladung in
Hirtshals, Frederikshavn und Kristiansand eingerichtet.

Die Fähren als Verbindungsglied
Fährverbindungen spielen bei Nordic Link eine
sehr wichtige Rolle, und so stellen die Fährhäfen im Verlaufe des Nordic
Link-Korridors zentrale Knotenpunkte dar.
Folgende Fährverbindungen gehören zu Nordic Link:
- Kristiansand – Hirtshals
- Oslo – Hirtshals
- Moss – Hirtshals
- Larvik – Frederikshavn
- Oslo - Frederikshavn
- Sandefjord – Strömstad
- Göteborg – Frederikshavn
- Varberg – Grenaa
- Egersund – Hanstholm
- Bergen – Hanstholm

Mit den Fähren der Nordic Link werden jährlich 3,7 Mio.
Tonnen Fracht transportiert.
Die Reederei Color Line transportierte im Jahre 1998 1 Mio.
und 1999 0,9 Mio. Tonnen Fracht, Stena Line 1998 entsprechend 2,7 Mio. und 1999
2,8 Mio. auf den Überfahrten Oslo - Frederikshavn, Göteborg – Frederikshavn
und Varberg – Grenaa.
Der Trend geht dahin, mehr Fracht mit Aufliegern ohne
Zugmaschine zu transportieren.
Die Fähren von Nordic Link verfügen über hohe Kapazitäten
und auch die vielen Passagiere machen zahlreiche Abfahrten erforderlich.
Die Fähren zwischen Göteborg und Frederikshavn können auch
Eisenbahnwaggons transportieren; auch zu den anderen Fährhäfen gibt es
Schienenverbindungen, wodurch Kombi-Transport ermöglicht wird.
Die Zukunft von Nordic Link
Es wird davon ausgegangen, dass der internationale
Güterverkehr jährlich um 2-3 % ansteigt, und wie schon in den vergangenen
Jahren, wird sich dies in erster Linie auf den Straßentransport auswirken.
Zukünftig werden immer mehr Güter auf bestimmten
Transportkorridoren befördert werden, die schnellen und effizienten Transport
gewährleisten. In den EU-Ländern und in Osteuropa ist bereits ein
entsprechendes Netzwerk vorhanden, das mit erheblichen Mitteln verbessert und
ausgebaut wird. Norwegen ist nicht an diesem Netzwerk beteiligt, jedoch wird die
norwegische Regierung einen Korridor ausweisen, in dem Kombi-Transporte
reibungslosen Frachtverkehr gewährleisten.
Die Korridore müssen in Zukunft alternative Transportformen
bewältigen können. So ist z.B. die Küsten-Schifffahrt in den Kombi-Transport
mit einzubeziehen, was für Nordic Link neue Herausforderungen mit sich bringt.
Die Hindernisse
Die länderübergreifende Planung im Transportsektor wurde
bisher nicht besonders hoch eingeschätzt. In den skandinavischen Ländern
konzentrierten sich die jeweiligen staatlichen Interessen hauptsächlich auf „Das
skandinavische Dreieck", die Øresundsund Fehmarn-Belt-Verbindung.
Verlierer waren die anderen Transportkorridore, die bereits
so leistungsfähig waren, dass sie mehr Güter hätten bewältigen können, als
heutzutage transportiert werden.
Beispielsweise werden Schienentransporte jetzt in viel
größerem Ausmaß über Scan Link abgewickelt, und es wurde stark investiert,
um Fähren und Terminals für die Bewältigung von Bahnfracht einzurichten.
Diese Entwicklung geht auf Preisabsprachen zwischen den dänischen, norwegischen
und schwedischen Eisenbahngesellschaften zurück.
Maßnahmen und Gewichtungen
Um die Entwicklung positiv zu beeinflussen, wurden in Nordic
Link verschiedene Initiativen zur Verbesserung des
Transportkorridors ergriffen:
-
Die Straßen von den Fähranlegern in Frederikshavn in
südlicher Richtung werden ab 2000 als Autobahnen ausgebaut sein, was für
Hirtshals entsprechend ab 2002 gilt.
-
Das Hauptstraßenverkehrsnetz von Oslo entlang der
südnorwegischen Küste bis Bergen wird auf einen höheren Standard gebracht.
-
Den Häfen in Norwegen wird ein höherer Stellenwert
eingeräumt. Die Optimierung der Häfen ist ein zentraler Punkt bei der
Planung von Kombi-Transporten, so dass norwegische Export- und
Import-sendungen effizient die Bestimmungsorte erreichen.
Schließlich hat sich die norwegische Regierung zum Ziel
gesetzt, langfristig den Ausbau einer zweigleisigen Eisenbahnlinie zwischen Oslo
und Halden zu betreiben. Außerdem wird daran gearbeitet, die Investitionen
zwischen Schweden und Norwegen zu koordinieren.
Weitere Informationen
Sollten Sie an weiteren Informationen über
Nordic Link und damit in Zusammenhang stehenden Aktivitäten interessiert sein,
wenden Sie sich bitte an den Kreis Nordjütland (DK) oder den Kreis Vestagder
Fylkeskommune (N).
Nordjyllands Amtskommune
Erhvervs- og Arbejdsmarkedsafdelingen
Niels Bohrs Vej 30
Postboks 8300
DK-9220 Aalborg Ø
Telefon +45 9635 1000
Telefax +45 9815 4029
E-Mail: nja@njs.dk
Vest-agder Fylkeskommune
Næringsavdelingen
Postboks 770
N-4601 Kristiansand
Telefon +47 3807 4500
Telefax +47 3807 4504
E-Mail: leif.storsve@vest-agder-f.kommune.no
Sie können von dort aus auch an weitere
Personen oder Organisationen verwiesen werden, die mit Nordic Link
zusammenarbeiten.
Nordic Link seit über 10 Jahren
Ende der 80-er Jahre stellte die dänische
Straßenbaubehörde ihre Pläne vor, den Transportkorridor – damals Nordlink
genannt – auszubauen. Diese Pläne wurden von einer Arbeitsgruppe aufgegriffen,
welche die Möglichkeiten zu einer verbesserten Zusammenarbeit im
Transportbereich im Bereich Skagerak und nördliches Kattegat bewerten sollte.
Dieser Gruppe gehörten Vertreter des jütländischen Transportgewerbes und der
Fähr-Reedereien sowie Abgesandte aus Süd-Norwegen und West-Schweden an.
Nachdem die Gruppe in verschiedenen Veröffentlichungen die
Möglichkeiten beschrieben hatte, die Nordic Link bot, wurde auch die politische
Seite mit einbezogen. Danach wurden die Aufgaben aufgeteilt und einem privaten
Interessenverein „Foreningen Nordic Link" sowie einer politisch
verantwortlichen Gruppe mit Sekretariat beim Landkreis Nordjütland zugewiesen.
Im Jahre 1994 – also nach 2 Jahren – wurde die
Zusammenarbeit ausgeweitet, und zwar durch die Einrichtung des Netzwerks „Transportfagligt
Netværk", das aus Forschungs- und Entwicklungsinstitutionen in Jütland,
Süd-Norwegen und West-Schweden besteht.
Die Mitarbeiter dieser Arbeitsgruppe haben im Laufe der Jahre
zahlreiche Arbeiten über verschiedene Aspekte von Nordic Link herausgegeben.
Eine entsprechende Liste kann beim Kreis „Nordjyllands Amt, Erhvervs- og
Arbejdsmarkedsafdelingen" angefordert werden.
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